KI-Keynote Speaker in der Schweiz: welche Formate wirken und wie Sie die richtige Person auswählen
Künstliche Intelligenz steht seit drei Jahren auf fast jedem Tagungsprogramm – und trotzdem verlassen viele Teilnehmende einen KI-Vortrag mit demselben Gefühl: beeindruckend, aber was heisst das jetzt für uns? Dieser Leitfaden zeigt, welche Formate für welchen Anlass taugen und woran Sie vorab erkennen, ob ein Referat mehr wird als eine Demo-Show.

Erst das Ziel, dann das Format
Der häufigste Grund für einen mittelmässigen KI-Vortrag ist nicht die referierende Person, sondern ein unklarer Auftrag. «Etwas über KI» ist kein Ziel. «Unsere Mitglieder sollen danach drei konkrete Einsatzfelder in ihrem Betrieb nennen können» ist eines.
Aus dem Ziel ergibt sich das Format fast von selbst – und oft ist das kürzere das bessere, weil danach Zeit für Fragen bleibt.
| Ziel | Passendes Format | Dauer |
|---|---|---|
| Aufmerksamkeit schaffen, Stimmung setzen | Keynote mit Live-Demo | 30–45 Min. |
| Geschäftsleitung zu einem Entscheid führen | Impulsreferat mit Diskussion | 15–20 Min. |
| Mitarbeitende handlungsfähig machen | Workshop mit eigenen Aufgaben | Halb- oder ganztägig |
| Einsatzfelder im Betrieb finden | Moderierte Ideation | 2–3 Std. |
| Unterschiedliche Positionen zeigen | Podium mit Moderation | 45–60 Min. |
Sechs Fragen, an denen Sie echte Praxiserfahrung erkennen
- Was haben Sie selbst gebaut? Wer KI-Systeme betreibt, kennt die unangenehmen Details: Datenqualität, Halluzinationen, Betriebskosten und die Akzeptanz im Team.
- Nennen Sie ein Projekt, das gescheitert ist. Wer nur Erfolge erzählt, hat entweder wenig umgesetzt oder erzählt selektiv.
- Wie gehen Sie mit dem Datenschutz um? In der Schweiz ist das keine Randnotiz. DSG, DSGVO und die Frage nach dem Hosting-Standort gehören in jeden seriösen KI-Vortrag.
- Wie passen Sie den Inhalt an unser Publikum an? Ein Vortrag für Gemeindeverwaltungen ist kein Vortrag für Industriebetriebe.
- Verkaufen Sie auf der Bühne? Klären Sie vorab, ob eigene Produkte vorkommen – und ob Ihr Publikum das erwartet.
- Was erhalten die Teilnehmenden danach? Folien, Quellenliste und Antworten auf offene Fragen kosten die referierende Person eine Stunde und verlängern die Wirkung um Wochen.
Woran Sie einen Vortrag erkennen, der hängen bleibt
Gute KI-Referate folgen einer gemeinsamen Struktur: Sie beginnen mit einem Problem, das das Publikum kennt, zeigen eine Lösung live – und benennen zum Schluss ehrlich, was heute noch nicht geht.
Die Live-Demo ist dabei kein Selbstzweck. Sie ist der Moment, in dem aus einem abstrakten Versprechen etwas Überprüfbares wird. Wer ausschliesslich mit Videoaufzeichnungen arbeitet, hat entweder kein laufendes System oder vertraut ihm nicht.
- Ein Praxisbeispiel pro zehn Minuten – mit Zahlen statt Adjektiven.
- Mindestens eine Grenze des Systems, offen benannt.
- Ein Bezug zur Rechtslage in der Schweiz statt zu US-Schlagzeilen.
- Ein Schluss, der sagt, was das Publikum am Montag tun kann.

Typische Anlässe in der Schweiz – und was dort funktioniert
- Verbands- und Mitgliederanlässe: heterogenes Publikum mit meist wenig Vorwissen. Gut funktionieren Beispiele aus mehreren Branchen.
- Gemeinden und kantonale Anlässe: Im Vordergrund stehen Datenschutz, Beschaffungsrecht und Nachvollziehbarkeit, nicht Tempo.
- Kundenanlässe von KMU: Hier darf ein Produkt vorkommen – aber erst nach dem allgemeinen Teil, sonst kippt die Stimmung.
- Interne Kadertagungen: Der Fokus liegt auf Führung, Spielregeln und dem Umgang mit Widerstand im Team, weniger auf Technik.
- Fachkonferenzen: Das technische Publikum will Architektur, Modellwahl und Betriebskosten hören.

Budget: was ein Referat realistisch kostet
Die Honorare für Fachreferate schwanken stark: Praktikerinnen und Praktiker rechnen meist Vorbereitungs- und Reisezeit ab, hauptberufliche Speaker ein Auftrittshonorar. Beides ist legitim.
Verlangen Sie ein Angebot, das Vorbereitung, Auftritt, Reisezeit und Nachbereitung getrennt ausweist. Dann sehen Sie sofort, ob der Vortrag zugeschnitten wird oder ob Sie eine Standardpräsentation erhalten.
Häufige Fragen
Wie lange sollte eine KI-Keynote dauern?
Üblich sind 30 bis 45 Minuten, danach 10 bis 15 Minuten für Fragen. Unter 20 Minuten wird es zum Impulsreferat; über 45 Minuten sinkt die Aufmerksamkeit spürbar, wenn nicht interaktiv gearbeitet wird.
Brauchen wir eine Keynote oder eher einen Workshop?
Soll das Publikum informiert werden: Vortrag. Soll danach etwas anders gemacht werden: Workshop. Viele Organisationen kombinieren beides – die Keynote am Anlass, den Workshop einige Wochen später mit dem Kernteam.
Wie viel Vorlaufzeit ist nötig?
Vier bis sechs Wochen, wenn der Inhalt auf Ihr Publikum zugeschnitten werden soll. Für Standardthemen reichen oft zwei Wochen.
Sind Vorträge auch auf Schweizerdeutsch möglich?
Ja. Bei gemischtem Publikum empfehlen wir Hochdeutsch mit Schweizer Beispielen; Folien und Unterlagen können zweisprachig sein.
Keynote oder Workshop planen?
Sagen Sie uns Datum, Publikum und Zeitfenster – wir melden uns innert zwei Arbeitstagen mit einem Themenvorschlag.